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Wenn
man die Verteilung der installierten
Kollektoranlagen im Bundesgebiet betrachtet, so
kann man feststellen, dass die
Solaranlagendichte in den südlichen
Bundesländern deutlich höher ist als im
Durchschnitt. Insbesondere in Bayern ist die
Dichte besonders hoch. Dies liegt nicht nur
daran, dass diese Region von der Sonne besonders
verwöhnt ist – vielmehr haben zahlreiche
Solarinitiativen, Handwerker und engagierte
Kommunen hier Pionierarbeit geleistet.
Allerdings ist der Zuwachs an thermischen
Solaranlagen in den letzten Jahren etwas hinter
den Erwartungen zurück geblieben. Die Aktion
"Wärme von der Sonne" soll die
Solarthermie im Chiemgau deshalb massiv
vorantreiben. Ziel ist es, die installierte
Kollektorfläche in den Landkreisen Traunstein,
Rosenheim und Berchtesgadener Land zu
verzehnfachen. Diese Aufgabe übernimmt
gemeinschaftlich ein Aktionsbündnis, bestehend
aus den Organisationen Forum Ökologie
Traunstein e.V., Energie-Wende e.V. Trostberg,
Arbeitskreis Energie Grassau, die
Chiemsee-Agenda, der Rosenheimer
Solarförderverein e.V. (RoSolar) sowie der Bund
Naturschutz Berchtesgadener Land. Das Forum
Ökologie Traunstein ist seit fünf Jahren
Träger der Initiative "Sonnenstrom vom
Watzmann bis zum Wendelstein" – und dies
mit großem Erfolg! Diese Initiative wurde im
Jahr 2004 mit dem Bayerischen Umweltpreis sowie
mit dem Deutschen Solarpreis 2003 ausgezeichnet,
den das Forum Ökologie Traunstein
stellvertretend für die beteiligten Initiativen
und das Engagement der ganzen Region entgegen
nahm. Um diese erfolgreiche Arbeit im Bereich
Solarthermie fortzusetzen, wurde in Anlehnung
daran das Aktionsbündnis "Sonnenwärme vom
Watzmann bis zum Wendelstein" aus der Taufe
gehoben, dem die vorher genannten Organisationen
angehören.
Die
Solarthermie spielt künftig eine noch stärkere
Rolle in der Haustechnik, so Dipl.-Ing. Peter
Wühr von der Energie-Wende e.V. Trostberg. In
Verbindung mit Heizungssanierungen und
Dämmmaßnahmen im Gebäudebestand können der
Primärenergiebedarf für die Raumheizung sowie
der CO2-Ausstoß auf einen Bruchteil
des derzeitigen Niveaus reduziert werden. Der
Einsatz der Solarthermie beschränkt sich nicht
auf die Warmwasserbereitung – durch solare
Raumheizung bzw. Heizungsunterstützung kann ein
wesentlich größerer Teil abgedeckt werden.
Selbstverständlich sollten Maßnahmen an
Heizungsanlagen immer eingebunden sein in eine
ganzheitliche Betrachtung des Energieverbrauches
des Gebäudes. Eine fundierte Energieberatung
ist hier zu empfehlen. Weitere Einsatzbereiche
für Sonnenkollektoren sind die solare
Schwimmbaderwärmung sowie Prozesswärme im
gewerblichen Bereich. Ein wichtiger Aspekt ist
für Dipl.-Ing. Peter Rubeck vom Forum Ökologie
Traunstein neben dem Umweltschutz auch die
Wirtschaftsförderung in der Region. Eine
größere Nachfrage an Solar- und
Heizungsanlagen kommt vor allem dem Handwerk
bzw. dem Mittelstand zugute – wichtige Impulse
für unsere ländlich geprägte Region.
Angesprochen
werden sollen mit der Aktion "Wärme von
der Sonne" neben den Verbrauchern vor allem
auch die Installations- bzw. Heizungsbaubetriebe
in den drei Landkreisen. Wichtiger Partner sind
hierbei die Innungen. Eine besondere Rolle kommt
den Großhändlern in der Region zu. Sie sind
ein wichtiger Multiplikator und Ansprechpartner
für einen Großteil der Handwerksbetriebe und
sie sind Lieferanten für Solarkomponenten.
Praktische
Anregungen und einen Ausblick in das Bauen und
Wohnen mit der Sonne bietet die Ausstellung
"Das Solarhaus" des
Sonnenhaus-Instituts Straubing, die in den
Landkreisen Traunstein, Rosenheim und
Berchtesgadener Land in verschiedenen Kommunen
als Wanderausstellung zu sehen ist.
Teil
unserer Aktion "Wärme von der Sonne",
die in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband
Solarindustrie durchgeführt wird, ist auch ein
jährlicher Wettbewerb, bei dem der
"Sonnenwärme-Handwerker" prämiert
wird. Ausschlaggebend sind die Anzahl
installierter Solaranlagen sowie die verbaute
Kollektorfläche. Den
"Sonnenwärme-Genießer" des Jahres
zeichnet die größte oder älteste
Kollektor-Anlage aus.
Startschuss
für die Aktion "Wärme von der Sonne"
im Chiemgau war der 20. April 2005 . Als
Schirmherr eröffnete Landrat Hermann Steinmaßl
die Aktion mit einer Veranstaltung im Sailer
Keller in Traunstein, an der auch Gerhard
Stryi-Hipp, der Geschäftsführer des
Bundesverbandes Solarindustrie (BSI) als
Referent teilnahm. Anschließend waren zwei
hochkarätige Referenten zu sehen: Josef Jenni,
Schweizer Solarpionier, sowie Dipl.-Arch. Georg
Dasch, Spezialist für Sonnenhäuser.
Die
Aktion Wärme von der Sonne soll eine
nachhaltige Wirkung haben, daher werden auch in
den nächsten Jahren gezielt Veranstaltungen und
diverse Aktionen durchgeführt (siehe auch unter
Veranstaltungstermine). |